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Helga Piur wurde am 24. Mai 1939 in Berlin geboren. Nach fünf Brüdern war sie das jüngste Kind ihrer Eltern. Als Helga 5 Jahre alt ist, stirbt ihre Mutter, früh aufgezehrt von Arbeit und Sorgen, es ist Krieg. Bei der Schwester des Vaters und deren Mann, die ihr eigenes Kind verloren haben, findet sie liebevolle Aufnahme. Sie nennt sie heute ihre Eltern.
  
     

1946 kommt Helga zur Schule , die sie acht Jahre besuchen wird. Sie bezeichnet sich heute als mittelmäßige Schülerin. Ihre ausgeprägte Phantasie beschert ihr nicht nur gute Aufsatznoten. Häufig muß sie zur Strafe vor der Klassentür stehen, weil sie, anstatt dem Unterricht zu folgen , aus dem Fenster hinauf zum Himmel schaut und sich tolle Wolkengeschichten ausdenkt. 

 Nachdem sie das erste Mal einen Zirkus besuchte, verkündet sie, "Ich werde Clown!"  Mit 12 Jahren geht sie zum Rundfunkkinderchor und möchte nun Sängerin werden. Auf Wunsch der Eltern, besucht sie aber zwei Jahre die Handelsschule, da die Tante meint, dass Mädel eigne sich wunderbar zur Chefsekretärin. 

Seit Helga jedoch beim Rundfunk rezitierende Schauspieler erlebt hat, und immer öfter ins Theater geht, gibt es für sie nur noch einen Berufswunsch: Schauspielerin! Vater und Tante haben dafür lediglich ein nachsichtiges Lächeln übrig...
Brav, aber mit erheblichen Illusionen, tritt die 17jährigeihren Dienst im Dietz Verlag an. Das hatte sie sich so nicht vorgestellt: allein in einem kleinen Raum sitzen und Berge von Manuskripten tippen. Ihre Kollegen spüren, dass ihr die Arbeit als Sekretärin auf Dauer nicht genügt und als sie von ihrem Schauspielwunsch erfahren, lacht keiner sie aus. Man nimmt sie ernst und gibt ihr Literatur zu lesen, damit sie sich vorbereiten kann. Helga wird Mitglied einer Laienspielgruppe und hat erste Erfolge. Sie träumt von einer richtigen Theaterbühne, studiert "Maria Magdalena" und das "Gretchen" ein und trägt es auf der Schauspielschule vor, wo sie mit Pauken und Trompeten durchfällt. Sie heult, aber dazu erzogen, nie aufzugeben, wischt sie die Tränen ab, denkt nach und kommt zu dem Resultat: "Vielleicht können sich die anderen auch mal irren?" Sie erinnert sich an die Abende im Deutschen Theater und an den Schauspieler Eduard von Winterstein. Er, der von ihr so Verehrete, soll entscheiden! Im Telefonbuch sucht Helga seine Nummer und bittet ihn, bei ihm vorsprechen zu dürfen. Eine Woche später sitzt sie in der S - Bahn ... Freundlich nimmt Winterstein  sie auf. Nach ihrem Vortrag sagt er: "Hör zu, wenn die auf der Schauspielschule nicht wollen, wir beide wollen - und wir schaffen es!" Kostenlos erteilt er ihr Unterricht, vermittelt Dozenten für Literaturgeschichte, Sprecherziehung und Bewegungsunterricht. Das werden zwei harte Jahre für Helga neben ihrer Arbeit im Verlag. Sie steht die Zeit durch und enttäuscht Winterstein nicht. Als ihn anläßlich seines 75. Geburtstages das Jugendmagazin "Neues Leben" besucht spricht der Jubilar in höchsten Tönen von seiner Schülerin Piur. So liest man auch beim Fernsehen der DDR von dem begabten Nachwuchs und meldet sich mit einem Vertrag bei ihr.

 In der Rolle des "Bastelinchen" im "Bahnhof Puppenstadt" debütiert die 20jährige und gerät in turbulente Fernsehzeiten. Jetzt sind die Eltern stolz auf ihre Helga!

 Bei Dreharbeiten lernt sie den 11 Jahre älteren  Schauspieler Gerd Andre vom Deutschen Theater kennen, achten und lieben, und wird seine Frau. Doch ihr sehnlichster Wunsch ein Kind zu haben, will sich lange nicht erfüllen und die Ärzte raten ihr auch davon ab, weil sie so zierlich ist. Aber im Dezember 1961 kommt ihre Tochter Beatrice auf die Welt!Die Geburt war sehr schwer, und Helga braucht lange Zeit, um wieder Arbeiten zu können. Doch dann warten wieder viele schöne Rollen auf sie. Helga ist glücklich, mit ihrem Mann und ihrem Kind.

Doch dann kommt 1970 der Tag, an dem ihr der Arzt sagt, dass ihr Mann unheilbar an Krebs erkrankt ist. Sie lernt alles was nötig ist und pflegt ihn 2 unendlich schwere Jahre lang. 

1972 ist Helga froh, nach all dem Schweren wieder Heiteres beim Fernsehen übernehmen zu können. Sie spielt in vielen Schwänken. Auch im Rundfunk bei Hörspielen sowie Sendungen wie "Tusch" und "Spaßvögel" glaubt man ihr das unbekümmerte junge Mädchen, das sie doch so gar nicht mehr ist.

Bei Dreharbeiten im Fernsehen trifft sie auf Günter Stahnke, der sich bereits früher beim DEFA - Film " Wo der Zug nicht lange hält" als unerbitterlich kritischer Koregisseur ins Gedächtnis eingegraben hat. Seine Ehrlichkeit, seine Zuverlässigkeit erobern ihr Herz.
Nachdem er sich nicht nur als wahrer Arbeits - und Lebenskamerad, sondern auch als verständnisvoller Vater für Tochter Beatrice erweist, heiratet sie ihn 1974.


Helga arbeitet in vielen Fernsehfilmen mit , so z.B. im "Polizeiruf 110", in "Marta, Marta" und "Heimkehr in ein fremdes Land.

1984 bekommt Helga, nachdem Walfriede Schmitt die Rolle abgelehnt hat, die Drehbücher für "Zahn um Zahn" ins Haus.
Schon nach den ersten Folgen erobert "Häppchen" die Herzen der Zuschauer. "Zahn um Zahn" wird mit später 21 Folgen, die erste Langzeitserie der DDR und Helga wird 1986 und 1987 von den Zuschauern zum Fernsehliebling gewählt.

1989 und 1990 spielt Helga in den Serien "Klein, aber Charlotte" und "Arolina" die Hauptrollen, bei denen ihr Mann Regie führt.


Als die Mauer fällt, ist Helgas Glück ihre Tochter wieder zusehen, die im Juli 1989 nach Westberlin ausgereist war, da Unfreiheit ihr größtes Unglück war.

Nach der Wende wird es still um Helga, denn sie bekommt einfach kaum Rollenangebote. Sie hält sich mit Synchronarbeiten und Lesungen über Wasser.

Nachdem Helga 1994 von Regisseur Heiner Carow in einer Folge vom "Großstadtrevier" besetzt wird erhält sie von ihm das Angebot in der Serie "Kanzlei Bürger" mitzuspielen. Damit ist sie 1995 in der ARD zu sehen.

im Dezember 1998 geht Helga zusammen mit Heinz Quermann und anderen Künstlern mit "zwischen Frühstück und Gänsebraten" auf Tour durch Ostdeutschland. 
 
Von  1992 bis 1994  ist Helga, zusammen mit anderen ostdeutschen Schauspielern, mit dem "Theater der Komödianten" mit verschiedenen Stücken in Ostdeutschland unterwegs. Seit 2005 ist sie immer mal  mit ihrem "Marika Rökk - Progamm" auf der Bühne zu sehen.


Von 1995 bis 2016 war Helga jedes Jahr als Frau Holle im MDR an der Seite von Frank Schöbel bei "Fröhliche Weihnachten mit Frank" dabei.

Im März 2009 erschien Helgas Biografie als Buch mit dem Titel "Ein Häppchen von mir", mit dem sie seitdem ständig auf Lesereise ist.

Helga lebt in Berlin, hat aber auch ein wunderschönes Bauernhaus in der Nähe des Scharmützelsees.
In ihrer Freizeit arbeitet sie gern im Garten, kocht, bäckt und mag Kino - und Thaterbesuche.
 


Am 11.11.2018 verstarb Günter Stahnke.

Foto Quelle: Super Illu
Im Juni 2019 war Helga Piur beim MDR in den Sendungen "Riverboat" und "MDR um 4" zu Gast.
Dort berichtete Sie wieder Lesungen durchführen zu wollen und über Ihre Rückkehr ins TV.

(Foto Quelle: Super Illu)

Tochter Beatrice arbeitet als Bewährungshelferin in Berlin.

 

 

 

                                                                   

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